Um das Thema titulierte Forderung anzugehen, ist ein langwieriger Prozess notwendig, der Sie nicht nur Nerven, sondern auch viel Geld kosten kann. Als Forderungsinhaber sehen Sie sich sicherlich auf der sicheren Seite, wenn der Titel erstmal erwirkt wurde, doch wussten Sie, dass Zahlungen trotzdem ausbleiben können? Was Sie in einem solchen Fall tun können, was eine titulierte Forderung überhaupt ist und welche Schritte Sie ergreifen müssen, das erfahren Sie bei Mahnalarm!
Inhaltsverzeichnis
Was ist eine titulierte Forderung?
Die Titulierung an sich ist ein gerichtlicher Vorgang. Bei diesem wird einer Partei ein Anspruch zugesichert. Das kann beispielsweise Vollstreckungstitel, Urteile oder auch gerichtliche Vergleiche einbeziehen.
Eine titulierte Forderung ist dann das Resultat dieser gerichtlichen Verfahren sowie die Legitimation einer Zwangsvollstreckungsmaßnahme. Zusätzlich wird vom Gericht eine öffentliche Urkunde erstellt, die die Rechtsverbindlichkeit der Forderung feststellt.
Eine titulierte Forderung ist also gewissermaßen die Grundlage sowie der Nachweis, dass Ihnen beispielsweise eine Zwangsvollstreckungsmaßnahme zugesichert wurde.
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Wie wird eine Forderung tituliert?
Wenn Sie eine titulierte Forderung erwirken möchten, gibt es vorerst einige Prozesse, die Sie durchlaufen müssen. Zuerst müssen sie den Schuldner abmahnen und in Verzug setzen. Wir von Mahnalarm sind Experten in Sachen Mahnwesen und helfen Ihnen bei diesem Schritt deshalb gern weiter. Alle wichtigen Informationen finden Sie auf der Mahnschreiben-Vorlagen Seite.
Wenn Ihr Schuldner seine Schulden trotz Mahnungen nicht zahlt, können Sie als Nächstes bei einem Mahngericht einen Mahnbescheid beantragen und ein gerichtliches Mahnverfahren einleiten. Sofern der Schuldner dem Mahnbescheid nicht widerspricht, wird der Vollstreckungstitel erteilt. Dieser muss jedoch extra beantragt werden. Wird auch diesem seitens des Schuldners nicht widersprochen, gilt er nach 14 Tagen als erwirkt. Sie haben nun eine titulierte Forderung.
Schuldner zahlt nicht trotz Titel: Was kann ich tun?
Diese Frage bekommen wir oft gestellt. Ein Verkäufer oder Dienstleister hat sich durch das gerichtliche Mahn- oder Klageverfahren gequält, um zu seinem Recht zu kommen. Endlich hat er den Titel oder das Urteil in der Hand. Jetzt ist es amtlich. Der Anspruch besteht zu Recht und der Schuldner muss zahlen. Doch schnell stellt sich Ernüchterung ein, wenn das Geld trotzdem nicht kommt. Und selbst die Beauftragung eines Gerichtsvollziehers bringt oft nicht den erhofften Erfolg. Der Grund: Der Schuldner ist zahlungsunfähig und hat wahrscheinlich bereits die Vermögensauskunft abgegeben. Das ist ärgerlich, zumal die Titulierung und der Gerichtsvollzieher nochmals Geld gekostet haben, auf dem man nun sitzen bleibt.
Jetzt stellen Sie sich vielleicht die Frage:
War das alles unnütz?
Nein, denn die Erwirkung des Titels sichert zumindest schon einmal den Bestand der Forderung über die gesetzliche Verjährungsfrist von 3 Jahren hinaus. Bei titulierten Forderungen beträgt die Verjährungsfrist bis zu 30 Jahre. Die Gerichtskosten sowie eventuelle Kosten für einen Rechtsanwalt oder ein Inkassounternehmen, welche mit der Titulierung beauftragt waren, sind ebenfalls gesichert und stehen auf dem Titel.
Was mache ich mit einer titulierten Forderung, wenn der Schuldner nicht zahlen kann?
Wenn Sie eine titulierte Forderung erwirkt haben, aber Ihr Zahlungsanspruch ungetilgt bestehen bleibt, dann ist das ärgerlich. Oftmals wird uns dann die Frage gestellt, was Sie nun mit Ihrer titulierten Forderung machen können. Wir haben Ihnen einige Anhaltspunkte zusammengestellt.
1. Titel abheften und warten, bis sich der Schuldner freiwillig meldet.
Für Sie als Gläubiger mag es wohl unwahrscheinlich klingen, aber natürlich gibt es auch redliche Schuldner, die ein Eigeninteresse daran haben, ihre Schulden abzubezahlen. Eine Ihrer Möglichkeiten, mit Ihrer titulierten Forderung umzugehen ist also zu warten, bis sich der Schuldner bei Ihnen meldet. Es soll Fälle gegeben haben, bei denen Schuldtitel in dieser Art und Weise aus der Welt geschafft wurden, aber wir alle wissen: Das ist höchst selten.
Vorteile:
- kein Aufwand, keine Kosten
Nachteile:
- sehr geringe Realisierungschance
2. Immer mal wieder selbst einen Gerichtsvollzieher beauftragen
Das kostet natürlich viel Zeit und vor allem auch Geld. Denn einen Gerichtsvollzieher zu beauftragen ist vor allem dann sinnvoll, wenn man die finanzielle Situation des Schuldners einschätzen kann und davon ausgeht, dass der Schuldner schlicht zahlungsunwillig ist. Wenn Sie die finanzielle Situation eines Schuldners jedoch nicht eindeutig einschätzen können, dann besteht die Gefahr, dass eine Zwangsvollstreckung schnell ins Leere geht und zusätzliche Kosten verursacht. Sollte einem die Lage des Schuldners unbekannt sein, können durch den Gerichtsvollzieher aber auch Informationen zum Schuldner beschafft werden.
Die Gerichtsvollzieherkosten sind zum 1.1.2021 übrigens nochmals gestiegen.
Vorteile:
- keine Fremdkosten für einen Rechtsdienstleister
Nachteile
- Mindestkenntnisse im Zwangsvollstreckungsrecht erforderlich
- Vollstreckungsaufträge sind oft nicht zielführend
- Kostenaufwand mit jedem neuen Gerichtsvollzieherauftrag
- Ohne das Wissen der aktuellen Adresse des Schuldners läuft ein Gerichtsvollzieherauftrag ins Leere, die Adressermittlung verbleibt ebenfalls in eigener Verantwortung
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3. Einen Rechtsanwalt mit der regelmäßigen Zwangsvollstreckung beauftragen
Ein Rechtsanwalt rechnet nach der Rechtsanwaltsgebührenverordnung ab. Er bekommt für jede Maßnahme eine sogenannte RVG-Gebühr, und zwar unabhängig davon, ob die Zwangsvollstreckungsmaßnahme erfolgreich oder erfolglos war. Sowohl die RVG-Gebühren als auch die Zwangsvollstreckungskosten werden Ihnen bei Nichterfolg in Rechnung gestellt. Diese Kosten erhöhen Ihre Beitreibungskosten also noch einmal. Zwar können die Kosten ebenfalls dem Schuldner gegenüber geltend gemacht werden, aber ob und wann das gelingt, ist ungewiss. Unabhängig davon kann man sagen, dass die wenigsten Rechtsanwälte ein großes Interesse an derartigen Verfahren haben.
Vorteile:
- Keine Eigenverantwortung
- Forderung in professionellen Händen
- Keine Verjährung von Zinsen bei regelmäßiger Vollstreckung
- Schuldner zahlt bei Erfolgsfall alles, komplette Forderung darf behalten werden
Nachteile:
- Jede Vollstreckungsmaßnahme des Rechtsanwalts erhöht Kosten, wenn der Schuldner nicht bezahlt
- Rechtsanwälte prüfen oft nicht die aktuelle Bonitätssituation des Schuldners. Das Hauptaugenmerk liegt weniger darauf, Zahlungen zu realisieren, als darauf, die Verjährung der Zinsen zu hemmen. Dies führt dann alle 3 Jahre zu mehr oder weniger erfolgreichen, aber teuren Zwangsvollstreckungen.
4. Die Forderung zum „Überwachungs-Inkasso“ an ein Inkassounternehmen geben
Einige Inkassounternehmen haben sich auf die Dauerüberwachung von titulierten bzw. ausgeklagten Forderungen spezialisiert. Diese Unternehmen übernehmen das komplette Kostenrisiko. Das heißt: Jede Maßnahme, für die sie sich entscheiden, geht zu ihren eigenen Lasten. Darunter fallen beispielsweise die Kosten für Zwangsvollstreckungsmaßnahmen, Drittschuldnerermittlungen, Adressermittlungen, das Bonitätsmonitoring, der regelmäßige Telefonkontakt mit dem Schuldner, Erbenermittlungen etc. All diese Maßnahmen werden vom Inkassodienstleister genutzt, um beim Schuldner „präsent“ zu bleiben und Zahlungen zu realisieren. Auch das telefonische Aushandeln von Ratenzahlungen oder Vergleichen gehört dazu.
Im Gegenzug für die Übernahme des Kostenrisikos und die Dienstleistung möchte das Inkassobüro im Erfolgsfall über eine vereinbarte Erfolgsprovision mitverdienen. Erfolgsprovisionen liegen im Branchenschnitt bei ca. 50 Prozent der Forderung.
Vorteile:
- Keine Zahlung, keine weiteren Kosten für Sie
- Forderung in einer professionellen Dauerüberwachung
- Bonitätssituation wird permanent mitberücksichtigt
- Professionelle Adressermittlung
- Höhere Erfolgsaussichten durch persönlichen Dialog mit dem Schuldner
- Permanente Information über den Fortgang des Verfahrens
Nachteile:
- Inkassounternehmen beansprucht im Erfolgsfall eine Erfolgsprovision
- Inkassounternehmen garantieren nicht die Verjährung von Zinsen, da nur in wirtschaftlich sinnvollen Fällen eine Zwangsvollstreckung durchgeführt wird.
- Nicht alle Inkassounternehmen übernehmen Einzelforderungen.
- Forderungen müssen d. R. gewisse Mindestanforderungen erfüllen, z. B. Forderungshöhe etc.
Die titulierte Forderung verkaufen
Wenn keine der zuvor genannten Varianten Sie anspricht, haben Sie immer noch die Möglichkeit, Ihre Forderung an ein Inkassounternehmen bzw. ein Inkassobüro zu verkaufen. Hierbei liegt der Verkaufswert jedoch stets unter dem Wert der offenen Forderung. Hierbei trägt das Inkassounternehmen auch das volle Risiko für das Ausbleiben der Zahlungen. Sie erhalten also Geld für Ihre offene Forderung, verlieren so aber auch den weiteren Zahlungsanspruch, aber auch das Ausfallrisiko. Ob diese Variante für Sie infrage kommt, ist eine individuelle Entscheidung.
Titulierte Forderung & Insolvenz – was jetzt?
Wenn Ihr Schuldner die Privatinsolvenz beantragt hat, hat er während des Insolvenzverfahrens einen sogenannten Vollstreckungsschutz. Zwar werden die pfändbaren Teile des Vermögens und Einkommens eingezogen, jedoch wird dieses Geld unter allen Gläubigern aufgeteilt. Nach Ablauf der Wohlverhaltensphase spricht das Gericht dann eine Restschuldbefreiung aus. Das bedeutet, dass der Schuldner entstandene Rechnungen eventuell nicht mehr tilgen muss.
Ob eine titulierte Forderung auch nach der Restschuldbefreiung eingefordert werden kann, ist die Entscheidung des zuständigen Vollstreckungsgerichts.
Unser Mahnalarm-Fazit zu titulierten Forderungen
Welcher Weg die bessere Lösung ist, um doch noch zum Geld zu kommen, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Wer sich gut auskennt und die erforderliche Zeit aufbringen möchte, kann die titulierte Forderung selber überwachen. Allerdings muss man für verschiedene Services immer wieder Geld in die Hand nehmen, z. B. für Bonitätsauskünfte und Einwohnermeldeamtsanfragen.
Wer bei seinem angestammten Rechtsanwalt bleiben möchte, sollte regelmäßige Rechnungen für durchgeführte erfolglose Zwangsvollstreckungen mit einkalkulieren.
Bei einem Inkassounternehmen ist gut aufgehoben, wer die Forderung emotional schon „abgehakt“ hat, keine weiteren Kosten investieren möchte und wem die professionelle Dauerüberwachung und eine möglichst hohe Erfolgsquote wichtig sind.
FAQ zum Thema Titulierte Forderung
Woher weiß ich, ob eine Forderung tituliert ist?
Eine Forderung gilt dann als tituliert, wenn ein Gericht oder eine anerkannte Stelle offiziell festgestellt hat, dass Ihr Anspruch rechtmäßig ist. Das bedeutet: Sie haben nicht nur eine Rechnung oder einen Vertrag, sondern ein gerichtliches Dokument, das Ihnen die Rechtsverbindlichkeit zusichert.
Typische Beispiele für eine Titulierung sind:
- Urteil nach einem Gerichtsverfahren
- gerichtlicher Vergleich, in dem Schuldner und Gläubiger eine Einigung erzielen
- Vollstreckungsbescheid aus dem gerichtlichen Mahnverfahren
- Kostenfestsetzungsbeschlüsse
Das entscheidende Merkmal: Sie erhalten eine öffentliche Urkunde, die Ihre Forderung dokumentiert. Diese Urkunde trägt ein Gerichtssiegel oder wird von einer staatlichen Stelle ausgestellt. Damit können Sie rechtlich gegen den Schuldner vorgehen – zum Beispiel eine Zwangsvollstreckung einleiten.
Wie lange bleibt eine titulierte Forderung in der Schufa?
Die Schufa und andere Auskunfteien speichern Informationen über offene Forderungen, um die Bonität von Verbrauchern zu bewerten. Eine titulierte Forderung wird dort negativ vermerkt, weil sie zeigt, dass ein Schuldner seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen ist und dies sogar gerichtlich bestätigt wurde.
- Ein solcher Eintrag bleibt so lange bestehen, bis die Forderung vollständig beglichen ist.
- Erst danach beginnt die dreijährige Löschfrist. Das heißt: Ab dem Jahr nach der vollständigen Begleichung bleibt der Eintrag noch drei Jahre gespeichert.
- Beispiel: Bezahlt der Schuldner im März 2025, wird der Eintrag frühestens Ende 2028 gelöscht.
Für Schuldner ist das sehr belastend, da die Bonität massiv eingeschränkt wird: Kredite, Handyverträge oder Mietverträge sind oft kaum möglich. Für Sie als Gläubiger ist der Schufa-Eintrag jedoch ein zusätzlicher Druckfaktor: Viele Schuldner versuchen, Zahlungen nachzuholen, um ihre Kreditwürdigkeit zurückzugewinnen.
Wichtig: Auch wenn die Schufa nach drei Jahren löscht, bleibt Ihr Anspruch bestehen. Denn eine titulierte Forderung ist rechtlich für bis zu 30 Jahre gültig – unabhängig von der Bonitätsauskunft.
Wann verfällt eine titulierte Forderung?
Der große Vorteil einer titulierten Forderung ist ihre lange Verjährungsfrist: Sie beträgt 30 Jahre.
Das bedeutet:
- Innerhalb dieser 30 Jahre können Sie Ihre Ansprüche immer wieder geltend machen.
- Sie können Zwangsvollstreckungen betreiben, Konten pfänden, Lohnpfändungen beantragen oder Vermögensauskünfte einholen.
- Auch die Kosten (z. B. Gerichtskosten, Anwaltsgebühren, Inkassokosten) sowie die Zinsen sind auf dem Titel gesichert und verjähren nicht gesondert.
Wichtig zu wissen:
- Die 30 Jahre beginnen ab dem Tag, an dem der Titel erlassen wurde (z. B. Datum des Urteils oder Vollstreckungsbescheids).
- Nach Ablauf der 30 Jahre können Sie den Anspruch nicht mehr rechtlich durchsetzen.
- Sie können innerhalb dieser Zeit mehrfach Vollstreckungsversuche starten – auch wenn ein Schuldner aktuell nicht zahlungsfähig ist, kann sich seine finanzielle Lage später ändern (z. B. durch Erbschaften, Jobwechsel, Immobilienbesitz).
Für viele Gläubiger ist genau das entscheidend: Selbst wenn heute kein Geld zu holen ist, bleibt der Anspruch lange bestehen. Deshalb ist es sinnvoll, eine titulierte Forderung aktiv zu überwachen.
Werden alle titulierten Forderungen in die Schufa eingetragen?
Nein – nicht jede titulierte Forderung wird automatisch in die Schufa oder andere Auskunfteien eingetragen.
Es gibt bestimmte Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen:
- Art der Forderung
- Schufa-relevant sind in der Regel Privatpersonen als Schuldner.
- Bei Unternehmen erfolgt die Meldung eher über Wirtschaftsauskunfteien wie Creditreform oder Bürgel.
- Meldung durch Gläubiger oder Inkassounternehmen
- Ein Eintrag in die Schufa geschieht nur, wenn der Gläubiger, ein Inkassounternehmen oder ein Gericht die Daten meldet.
- Das bedeutet: Wenn ein Gläubiger keine Meldung veranlasst, erscheint die titulierte Forderung auch nicht in der Schufa.
- Formale Voraussetzungen
- Die Forderung muss unbestritten oder gerichtlich festgestellt sein.
- Der Schuldner muss mehrfach gemahnt worden sein, bevor eine Meldung erfolgen darf.
- Es muss sich um eine wesentliche Forderung handeln – Bagatellbeträge sind in der Regel nicht schufa-relevant.
Das bedeutet für Sie als Gläubiger:
Sie können nicht automatisch davon ausgehen, dass Ihr Schuldner mit einem negativen Schufa-Eintrag belastet ist. Manche Forderungen tauchen nie dort auf, auch wenn sie tituliert sind.
Das bedeutet für den Schuldner:
Selbst wenn keine Schufa-Meldung vorliegt, bleibt die Forderung rechtlich bestehen. Der Gläubiger kann dennoch bis zu 30 Jahre lang versuchen, das Geld einzutreiben.
Kann ich als Privatperson eine titulierte Forderung verkaufen?
Ja, auch Privatpersonen können eine titulierte Forderung verkaufen. Das nennt sich Forderungsverkauf oder Forderungsabtretung. Dabei wird Ihr Anspruch auf Zahlung an ein Inkassounternehmen oder einen spezialisierten Forderungskäufer übertragen.
Wie funktioniert das?
- Sie treten Ihre Forderung vertraglich an ein Unternehmen ab.
- Der Käufer übernimmt ab diesem Zeitpunkt das volle Risiko, dass der Schuldner nicht zahlt.
- Im Gegenzug erhalten Sie eine sofortige Auszahlung, allerdings nicht in voller Höhe. Der Kaufpreis liegt in der Regel deutlich unter dem eigentlichen Forderungswert.
Vorteile für Privatpersonen
- Sie bekommen schnell Geld und müssen sich nicht mehr selbst um Zwangsvollstreckung, Gerichtsvollzieher oder Bonitätsprüfungen kümmern.
- Sie geben das gesamte Risiko und den Aufwand ab.
- Sie müssen keine weiteren Kosten tragen – auch wenn der Schuldner nie zahlt.
Nachteile
- Sie verzichten auf einen Teil Ihrer Forderung. Typisch sind Abschläge, da der Käufer das Ausfallrisiko übernimmt.
- Sie verlieren mit der Abtretung sämtliche Rechte an der Forderung – Sie können sie nicht mehr selbst geltend machen.
Wichtig zu wissen
- Nicht jede Forderung eignet sich für den Verkauf. Inkassounternehmen prüfen vorher die Bonität des Schuldners, die Forderungshöhe und ob sie rechtlich einwandfrei tituliert ist.
- Kleinere Forderungen oder schwer eintreibbare Schulden werden häufig nicht angekauft.
Wir von Mahnalarm beraten Sie gern, ob der Verkauf Ihrer Forderung für Sie als Privatperson sinnvoll ist oder ob Alternativen wie das Überwachungs-Inkasso für Sie die bessere Wahl darstellen. Dabei wird Ihre Forderung professionell beobachtet und nur dann aktiv verfolgt, wenn sich Chancen auf Zahlung ergeben.
