Identitätsdiebstahl: Wenn jemand mit Ihrem guten Namen bezahlt.

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Erst ein komisches Schreiben im Briefkasten und anschließend ständig diese merkwürdigen Anrufe. Und eigentlich wissen Sie gar nicht, worum es geht. Sollten Sie von Inkassodienstleistern mit Forderungen konfrontiert werden und wissen gar nicht warum, kann es daran liegen, dass Ihre Identität gestohlen und missbraucht wurde. Sind Sie erst einmal Opfer eines Identitätsdiebstahls geworden, kann das für Sie langwierige und vor allem schwerwiegende Folgen haben. Wie Sie sich schützen können und was Sie in Sachen Identitätsdiebstahl beachten sollten, das erfahren Sie hier!

Was ist Identitätsdiebstahl?

Als Identitätsdiebstahl oder Identitätsmissbrauch wird die illegale Nutzung von persönlichen Daten eines Menschen verstanden, die durch unbefugte dritte Personen verwendet werden. Dabei kann grundlegend in zwei verschiedene Arten des Diebstahls unterschieden werden:

  1. Es wird etwas im Namen des Opfers vorgenommen, zum Beispiel die Erstellung von neuen Konten im Namen des Opfers.
  2. Der Dieb nutzt die persönlichen Daten der betroffenen Person, um in die bestehenden Accounts einzudringen. Infolgedessen werden meist verknüpfte E-Mail-Adressen geändert, sodass der Besitzer des Accounts, nicht mehr auf diesen zugreifen kann.

Leider kann es einige Zeit dauern, bis ein solcher Identitätsmissbrauch bemerkt wird. Dementsprechend wird auch der entstandene Schaden erst zu einem späteren Zeitpunkt bemerkt, bis dahin können aber schön unzählige Bestellungen in Ihrem Namen getätigt, oder diverse Konten in Ihrem Namen eröffnet wurden sein.

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Bestellungen mit falscher Identität: So wird es abgewickelt

Wie bereits beschrieben, gibt verschiedene Formen des Identitätsdiebstahls. Im Wesentlichen kann man sagen, dass der Dieb die Daten einer existierenden Person unbefugt verwendet und sich das Leben mit ein paar kleinen oder auch größeren Einkäufen etwas schöner macht. Die folgenden Beispiele beziehen sich auf Identitätsdiebstahl im echten und nicht im virtuellen Leben.

Der Bundesverband deutscher Inkassounternehmen benannte bereits im Oktober 2018 folgende „Arten“ eines Identitätsdiebstahles:

Der Gate-Crasher

  • Die bestellte Ware wird direkt an Ihre Haustür geliefert.
  • Der Postbote wird abgepasst und das Paket in die falschen Hände gegeben.
  • Man weiß genau, wann das Paket da sein wird, durch die standardmäßige Paketverfolgung über die falsche E-Mail-Adresse.
  • Hier sind Liefer- und Rechnungsanschrift identisch.
  • Dieses Verfahren wird oft bei Anschriften von Mehrfamilienhäusern verwendet.

Der Kuckuckskunde

  • Hier wird ebenfalls Ihre Liefer- und Rechnungsanschrift angegeben.
  • Auch bei dieser Variante wird das Paket vor der Haustür abgefangen.
  • Der Unterschied ist jedoch: Sie sind erst vor kurzem umgezogen oder gerade im Urlaub. Im Extremfall ist es die Adresse eines jüngst Verstorbenen.

Der Camper

  • Die Ware kommt weder bei Ihnen, noch bei dem Betrüger selbst an.
  • Es wird eine völlig andere Adresse, beispielswiese an leerstehenden Häuser oder Wohnungen, verwendet.
  • Die Lieferadresse ist in diesem Fall also das leerstehende Gebäude.
  • Die Rechnungsadresse stimmt allerdings weiterhin mit Ihren Daten überein.
  • Der Betrüger fängt also die entsprechende Lieferung ab und verschwindet dann sofort wieder.

Identitätsdiebstahl im Internet

Der Diebstahl Ihrer persönlichen Daten kann Ihnen online sowie offline passieren. Jedoch bietet vor allem das Internet viele Tücken. Phishing Mails, fehlende Medienkompetenz trotz fortschreitender Digitalisierung und zwielichtige Webseiten sind für Kriminelle eine schnelle Möglichkeit, um an Kreditkartennummern und Zugangsdaten zu kommen. Haben die Betrüger erst einmal Ihre persönlichen Daten ergaunert, so übernehmen diese Ihren Namen sowie weitere persönliche Daten und benutzen diesen als Tarnung, um beispielsweise betrügerische Geschäfte abzuwickeln. Zeigen die Geschädigten dieser Geschäfte dann den Betrüger an, zeigen sie den geklauten Namen an: also Sie!

Lassen Sie uns den Sachverhalt an einem Beispiel erklären: Verkaufen Betrüger über die geklaute Identität diverse Waren, erhalten die Betrüger dafür das Geld und verschwinden dann. Wenn eine geschädigte Person dieser Verkäufe dann Anzeige erstattet, wird diese an die Person ausgestellt, deren Identität entwendet wurde und nicht an die eigentlichen Kriminellen.

Online-Identitätsdiebstahl fällt unter den sogenannten Computerbetrug. Laut einer Statistik des BKA gab es im Jahr 2019  in Deutschland ungefähr 78.000 registrierte Fälle, die Dunkelziffer liegt vermutlich jedoch viel höher.

2016 erfasste die Studie „Identitätsklau – die Gefahr aus dem Netz“ mit einer Umfrage, dass jeder 3. Deutsche in seinem Leben Opfer von Identitätsdiebstahl wird. Dies geschieht unter anderem durch Spam-Mails bzw. Phishing E-Mails, unechte Gewinnspiele, gefälschte Onlinebanking-Webseiten und weitere Formen der Cyberkriminalität, die häufig mit Identitätsdiebstahl in Verbindung gebracht werden.

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Online & Offline: wie kommen Fremde so leicht an meine Daten?

Um einen Identitätsmissbrauch zu vollziehen, braucht es eigentlich nur eins: persönliche Daten und am besten besonders viele davon. Hat sich ein Betrüger erstmal ein oder mehrere Identitäten angeeignet, kann er viel Schaden anrichten. Doch nicht immer können die Betroffenen nachvollziehen, wie die Daten überhaupt entwendet werden konnten. Wir erklären Ihnen deshalb drei Möglichkeiten, wie Kriminelle an Ihre Daten kommen.

Methode 1: Körperliche Anstrengung

Eine Methode besteht darin, dass die Betrüger durch Taschendiebstahl an Ausweisdokumente und Gesundheitskarten gelangen. Eine andere Technik ist, dass die Betrüger in den Mülltonnen fremder Menschen nach Briefen, Dokumenten oder Ähnlichem suchen, um so ihre Adresse, Namen und bestenfalls Geburtsdaten herauszufinden. Auch das Verwenden von Angaben aus Telefonbüchern, Handelsregistern oder Geschäftsberichten ist eine gängige Variante.

Methode 2: Über das Internet und soziale Medien

Auch mit wenigen Klicks ist im Internet meist schon alles zu finden, was gebraucht wird. Neben Webseiten verbreiten sich persönliche Daten mittlerweile auch rasend schnell über soziale Netzwerke. Ohne länger darüber nachzudenken, werden bei der Anmeldung Vor- und Nachnamen, sowie Geburtsdatum und E-Mail-Adresse preisgegeben. Regelmäßig folgen dann Posts von den Haustieren und dann wird noch geteilt, wo man arbeitet. Über einen solchen privaten Account, besonders wenn dieser nicht privat ist, können Betrüger schnell und leicht alle Daten erlangen, die sie möchten.

Methode 3: Phishing

Darunter versteht man den Versuch, über gefälschte E-Mail-Adressen oder Websites, sich persönliche Daten zu angeln (wortwörtlich übersetzt). Durch das Öffnen einer Website oder den Anhang einer Mail gewährt man dem Betrüger unbewusst den vollen Zugriff auf die eigenen Daten.

Dabei gibt es verschiedene Vorgehensweisen. So werden Mails im Namen von Sozialen Medien wie Facebook, aber auch Anbietern wie DHL versendet. In dieser E-Mail oder auch Direkt-Nachricht befindet sich häufig ein Link und in dem dazugehörigen Text ist meistens ein Vorwand zu finden, warum Sie dringend auf diesen Link klicken sollten. Beispielsweise, weil es vermeintlich ein Problem mit der Zustellung eines Pakets gibt oder ein Abonnement gekündigt wird, weil eine Zahlung nicht eingezogen werden konnte. Beim Anklicken des Links versuchen die Betrüger persönliche Daten zu erhalten oder Ihnen unbemerkt Apps auf Ihrem Handy zu installieren. Daher empfiehlt es sich, Links zu ignorieren, wenn Sie sich der Herkunft nicht eindeutig bewusst sind.

Wie kann ich mich vor Identitätsdiebstahl schützen?

Durch die Digitalisierung bewegen sich Menschen immer mehr in digitalen Welt. Beinahe jeder hat Zugang zu den Weiten des Internets, weshalb die illegale Beschaffung von persönlichen Daten durch Kriminelle stets einfacher wird. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Sie sich aktiv vor Cyberkriminalität und Identitätsdiebstahl schützen. Hierbei gibt es einige große und kleine Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um sich zu schützen. Deshalb haben wir Ihnen hier einige Beispiele und Tipps zusammengetragen.

  • Erstellen Sie starke Passwörter, die Sie beispielsweise mit einem Passwort-Manager verwalten
  • Nutzen Sie keinesfalls ein einziges Passwort für all Ihre Accounts, sondern varriieren Sie Ihre genutzten Passwörter
  • Sofern angeboten, nutzen Sie die Zwei-Faktor-Autorisierung, um so den Diebstahl Ihres Accounts vorzubeugen
  • Überprüfen Sie Mails genau und klicken Sie keinesfalls auf Links, die Ihnen nicht richtig erscheinen (sowohl in Mails und Nachrichten, wie auch im Internet)
  • Nutzen Sie Virenscanner und aktivieren Sie die Firewall Ihres Computers
  • Gehen Sie achtsam mit Ihren Daten um! Überlegen Sie, ob Sie das was Sie teilen, auch einer Fremden Person im Supermarkt erzählen würden

Wenn Sie sich achtsam durch die digitale Welt bewegen, können Sie den Missbrauch Ihrer wichtigen Daten zumindest vorbeugen. Sein Sie aber auch stets achtsam bei der Nutzung offener Netzwerke, auch durch diese können Betrüger schnell an Ihre Daten kommen. Es gilt stets: Stellen Sie einen Identitätsdiebstahl fest, erstellen Sie dringenst Strafanzeige!

Identitätsdiebstahl oder doch bloß Personenverwechslung?

Wenn jemand eine Bestellung tätigt, die nie beglichen wird, so kannn es sein, dass die betrogene Firma einen Inkassodienstleister beauftragt. Diese Inkassodienstleister erhalten die Adressen der Schuldner, von Ihren Auftraggebern. Diese werden auch Gläubiger genannt. Dabei kann vorkommen, dass ein Schuldner unter der angegebenen Adresse nicht (mehr) erreichbar ist. Ist dies der Fall, so werden in der Regel Auskunfteien oder Einwohnermeldeämter involviert, um eine aktuelle Adresse herauszufinden.

Dabei handelt es sich nicht immer um die Folgen eines Identitätsdiebstahls. Es ist leider nicht ganz auszuschließen, dass es zu Personenverwechslungen kommen kann, vor allem dann, wenn Personen sehr geläufige Vor- und Zunamen tragen. Durch identische Namen, vielleicht sogar einem identischen Geburtstag, können der tatsächliche Schuldner und die betroffene Person sozusagen verwechselt werden. Das bedeutet, dass quasi die falsche Person zur Verantwortung gezogen wird und unbeabsichtigt in ein Inkassoverfahren verwickelt wird. Dies ist sehr bedauerlich und kann für Betroffene viel Stress bedeuten. Eine Identitäts-Verwechslung kann aber meist leicht aufgeklärt werden und hat nichts mit einem Identitätsdiebstahl zu tun.

Von Identitätsdiebstahl spricht man erst, wenn ein Dritter gezielt im Namen eines Anderen und unter Angabe dessen Personendaten einen Kauf tätigt mit der Absicht, diese nicht zu bezahlen. Dabei erhält der Dritte die bestellte Ware und der „Bestohlene“ lediglich eine Rechnung oder bereits die erste Mahnung eines Lieferanten oder eines Inkassodienstleisters.

Datendiebstahl & Identitätsdiebstahl: Unternehmen trifft es meistens doppelt

Häufig werden Adressen in den Systemen von Firmen gesucht. Schon durch veraltete Programme ohne Updates oder ungesicherte Datenbanken sind Unternehmen leichte Opfer für den Diebstahl von Daten und Identitäten. Täter suchen permanent nach Schlupflöchern oder Schwachstellen in den Systemen und ist erstmal ein solches Schlupfloch gefunden, wird es in Sekundenschnelle zu Geld gemacht.

Um sich vor solchen Eventualitäten zu schützen, sollten die Mitarbeiter regelmäßig im Umgang mit dem Öffnen von Dateien einer E-Mail oder fremden Websites geschult werden. Ebenso sollte jedes Unternehmen die Rücksicherung aus einem Back-Up haben. Wer wirklich auf Nummer Sicher gehen will, dem kann nur einen Pentester empfohlen werden. Der Penetrationstester dokumentiert und sammelt alle undichten Stellen der IT-Infrastruktur eines Unternehmens, sozusagen als „Hacker für die gute Seite“.

Unternehmen sind aber auch dann betroffen, wenn sie Waren an Personen verkaufen, welche diese tatsächlich gar nicht bestellt haben. Dann kann die Zahlung nicht vom vermeintlichen Kunden eingefordert werden und obendrein bleibt die Waren verschwunden. Besonders Unternehmen sollten daher in vielen Bereichen gut aufgestellt sein und in Sachen Daten und Datensicherheit auf Nummer Sicher gehen.

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