In welcher Beziehung stehen Inkasso und Schufa miteinander?

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Erfährt die Schufa eigentlich davon, wenn eine unbezahlte Rechnung über ein Inkassounternehmen eingefordert wird? Diese Frage stellt sich häufig, wenn Post von einem Inkassounternehmen ins Haus flattert. Eine Rechnung zu vergessen oder zu verlegen kann schließlich jedem einmal passieren.
Aber zieht das direkt einen Schufa-Eintrag nach sich?

Zunächst einmal muss verstanden werden, dass das Inkassounternehmen und die Schufa zwei unabhängige Unternehmen sind. Während die Aufgabe des Inkassounternehmens darin besteht, eine Zahlung für seinen Kunden einzuziehen, hat die Schufa als Auskunftei die Aufgabe, ihre Kunden vor Forderungsausfällen zu schützen. Hierzu sammelt die Schufa verschiedene Informationen, die Auskunft über die finanzielle Zuverlässigkeit von Privatpersonen zulassen.

Ab wann erhalte ich einen Schufa-Eintrag?

Bei der Schufa werden alle Eintragungen aus deutschen Schuldnerregistern gespeichert. Hierbei handelt es sich um Feststellungen durch Gerichtsvollzieher im Zuge von Zwangsvollstreckungsmaßnahmen, wie z.B. die Abgabe einer Vermögensauskunft (früher Eidesstattliche Versicherung).

Neben diesen s.g. harten Negativmerkmalen, zu denen auch laufende Insolvenzverfahren gehören, werden durch die Schufa aber auch s.g. weiche Merkmale gespeichert. Hierzu können auch Inkassoverfahren gehören.

Dies bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass jedes laufende Inkassoverfahren in der Schufa landet.

Dürfen Inkassounternehmen Informationen an die Schufa weiterleiten?

Grundsätzlich ja. Es muss aber sichergestellt sein, dass die zu Grunde liegende Forderung auch begründet und rechtmäßig ist. Bestrittene Forderungen dürfen durch das Inkassounternehmen nicht an eine Auskunftei gemeldet werden, auch nicht an die Schufa. Die genauen Bedingungen, wann eine Meldung gesetzlich zulässig ist oder nicht, erfahren Sie in diesem Artikel.

Selbst wenn alle Bedingungen erfüllt sind, muss dies nicht bedeuten, dass ein Inkassoverfahren bei der Schufa landet. Denn nicht jedes Inkassounternehmen hat einen Vertrag mit der Schufa. Es besteht auch die Möglichkeit, dass eine Meldung entweder an keine Auskunftei erfolgt oder an eine  oder mehrere Auskunfteien. Neben der Schufa gibt es z.B. noch CRIF Bürgel, Boniversum Creditrefrom oder experian.

An welche Auskunftei ein Inkassomerkmal gemeldet wird, hat das Inkassounternehmen dem Schuldner frühzeitig und schriftlich mitzuteilen. In der Regel erfolgt dies mit der ersten Zahlungsaufforderung.

Welche Konsequenzen haben Schufaeinträge und kann ich diese nach einer gewissen Zeit löschen lassen?

Eintragungen in der Schufa und bei allen Auskunfteien sollten möglichst vermieden werden, denn Sie sind je nach gespeichertem Merkmal mit einer schwachen bis starken Einschränkung der Bonitätsbewertung verbunden. Da fast alle Unternehmen Kunden bei einer Auskunftei sind, führen Negativeinträge oft zu Ablehnungen bei Neuverträgen, Bestellungen oder Mietanträgen.

Selbst Inkassoverfahren können einen Bonitätsscore empfindlich beeinträchtigen.

Inkassounternehmen, die Inkassomerkmale bei der Schufa einmelden, müssen diese bei Bezahlung auch wieder ausmelden. Trotzdem kann ein solches Merkmal im Score nachwirken. Die Bezahlung der Forderung führt also nicht unmittelbar wieder zu einer guten Bonität. Harte Negativmerkmale (Abgabe der Vermögensauskunft etc.) müssen durch die Auskunftei tagesaktuell nach festgelegten Fristen gelöscht werden.

Die Schufa-Selbstauskunft

Trotz aller gesetzlichen Verpflichtungen kann es passieren, dass falsche oder ungerechtfertigte Daten bei der Schufa oder einer anderen Auskunftei gespeichert sind. Deshalb ist es sinnvoll, in regelmäßigen Abständen eine kostenlose Selbstauskunft anzufordern. Bei falschen Daten sollte auf Löschung bestanden werden.

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