Wie hoch darf die Mahngebühr sein?

Mahnwesen

Mahngebühren – Rechte und Wissenswertes

Unter Mahngebühren versteht man die Kosten, die ein Gläubiger einem Schuldner in Rechnung stellt, wenn es zu einem Zahlungsverzug und bereits zu einer schriftlichen Zahlungserinnerung kam. 

Diese können aber nicht nach eigenem Ermessen zusammengestellt werden. Viel mehr berechnen Sie sich auf Grundlage der ausgegeben Mahnkosten.

Bereits einige Gerichtsurteile beschäftigten sich mit gerechtfertigten Mahngebühren. Diese betragen meist zwischen zwei und vier Euro und wurden vom Gericht als zulässig angesehen.

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Bei Verbrauchern können grundsätzlich nur die tatsächlich belegbaren Kosten in Ansatz gebracht werden. In der Regel beschränken sich diese auf die Kosten des Versanddienstleisters, des Papiers oder des Umschlags. Es liegt auf der Hand, dass ein solcher Kostennachweis problematisch ist. Daher führen angemessen veranschlagte Pauschalen i.d.R. zu keinen Problemen. Bei unangemessenen zum Ansatz gebrachten Mahnkosten verlangt das Gericht jedoch u.U. einen Nachweis. Bei der Einleitung von gerichtlichen Mahnverfahren ist eine Nachweisaufforderung unterhalb von 10,50 EUR selten zu beobachten.

Gleichzeitig sollten Sie beachten, dass zu hohe Mahngebühren auch bei Ihrem Kunden zu Verärgerung führen können.

Bei Unternehmenskunden dürfen bis zu 40,00 EUR angesetzt werden. Sollte bei der weiteren Durchsetzung der offenen Rechnung ein externer Rechtsdienstleister (Inkassounternehmen oder Rechtsanwalt) hinzugezogen werden ist zu beachten, dass dessen Kosten aus Sicht des Schuldners auf die Mahnkosten angerechnet werden müssen. Dies hat in der Praxis dazu geführt, dass bei Unternehmenskunden meist auf Mahnkosten verzichtet wird.

Wie setzten sich die Mahngebühren / Mahnkosten zusammen?

Ist ein Kunde im Verzug mit seiner Zahlung an ein Unternehmen oder eine Privatperson, so wird er zum Schuldner. Neben der eigentlichen Forderung ist der Schuldner dann auch zum Ersatz von Schäden, welche im Zusammenhang mit dieser Forderung entstanden sind, verpflichtet. Zu diesen Schäden des Gläubigers gehören auch die Kosten der Forderungsbearbeitung. Hierbei hat der Schuldner allerdings nur die notwendigen Kosten und durch ihn verschuldeten Kosten zu tragen.  Denn für den Gläubiger besteht eine Kostenminderungspflicht bei dem Einsatz von Kosten zur Forderungsbearbeitung. Da die Kosten einer Mahnung im Verhältnis zu anderen Maßnahmen sehr gering sind, gelten bis zu 3 Mahnungen als angemessen und erstattungsfähig. Allerdings auch nur dann, wenn der Schuldner nicht schon seine Leistung ausgeschlossen hat.

Diese Kosten müssen belegbar sein. Dazu gehören regelmäßig Ausgaben für Brief, Papier und Porto. Personalkosten oder andere Aufwandsentschädigungen dürfen nicht in die Mahngebühr eingeschlossen werden.

Gläubiger können zudem Verzugszinsen fordern. Diese sind gesetzlich laut dem BGB Paragraf 288 festgelegt. So dürfen diese Zinsen zwischen 5 und 9 % über Basiszinssatz betragen.

Sollte der Gläubiger ein Inkassounternehmen beauftragen, die offene Rechnung einzutreiben, so sind diese Kosten ebenfalls als Schadensersatz durch den Schuldner auszugleichen.

Wenn Sie mit Mahnalarm Mahnungen schreiben und mahnen, werden Sie über die rechtmäßige Höhe der Ihnen zustehenden Mahnkosten konkret informiert. Sie finden außerdem wirksame Mahnungschreiben Vorlagen bei Mahnalarm.

Schauen Sie auch in unser Video zum Thema: Welche Verzugszinsen darf ich abrechnen?

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