Erfährt die Schufa von einem Inkassoverfahren?

Aktuelles, Inkasso

Was sind Auskunftseien?

Von allen Auskunfteien, die sich mit der Prüfung der Kreditwürdigkeit von Privatpersonen beschäftigen, hat wohl die Schufa den größten Bekanntheitsgrad. Im Zuge des stark wachsenden Onlinehandels hat aber auch die Bedeutung anderer Auskunfteien zugenommen, die sich professionell mit der Datenspeicherung bonitätsrelevanter Merkmalen von Privatpersonen beschäftigen. Hierzu zählen z.B. CRIF Bürgel, Creditreform Boniversum und infoscore.

Die Frage, ob die Schufa von laufenden Inkassoverfahren erfährt, gilt daher gleichermaßen für andere Auskunfteien. Deren Bedeutung im Geschäftsverkehr für die Kredit gebende Wirtschaft ist groß. Kaum ein Kreditgeschäft – darunter sind auch Warenkredite zu verstehen – erfolgt heute ohne vorherige Bonitätsprüfung. Der Auswirkungen von unbezahlten Rechnungen oder Verträgen sollten sich Verbraucher und Unternehmen also bewusst sein.

Inkassoverfahren und Aufkunftseien

Ein Automatismus für die Meldung eines Inkassoverfahrens zu einer Auskunftei besteht grundsätzlich nicht. Allerdings haben die meisten Inkassounternehmen vertragliche Vereinbarungen mit einer oder mehreren Auskunfteien. Die s.g. Einmeldung eines Inkassoverfahrens ist jedoch zum Schutz von Betroffenen an bestimmte Bedingungen geknüpft.

  • Die Forderung ist durch ein rechtskräftiges Urteil festgestellt worden oder es liegt ein Schuldtitel nach §794 der Zivilprozessordnung vor.
  • Die Forderung ist nach § 178 der Insolvenzordnung festgestellt und nicht vom Schuldner bestritten worden.
  • Der Betroffene hat die Forderung ausdrücklich anerkannt.

Treffen diese Bedingungen nicht zu, gilt bei untitulierten Forderungen:

  1. Bei Forderungen, denen eine Rechnungsstellung vorausgeht:
    Der Betroffene ist nach Eintritt der Fälligkeit der Forderung mindestens zweimal schriftlich gemahnt worden, die erste Mahnung liegt mindestens vier Wochen zurück, der Betroffene ist zuvor, jedoch frühestens bei der ersten Mahnung, über eine mögliche Berücksichtigung durch eine Auskunftei unterrichtet worden und der Betroffene hat die Forderung nicht bestritten.

oder

2. Bei Forderungen, die sich aus einem Vertrag ergeben (z.B. Mietvertrag):

Das der Forderung zugrunde liegende Vertragsverhältnis kann aufgrund von Zahlungsrückständen fristlos gekündigt werden und der Betroffene ist zuvor über eine mögliche Berücksichtigung durch eine Auskunftei unterrichtet worden.

Bevor also ein beauftragtes Inkassounternehmen oder auch ein Rechtsanwalt das Inkassomerkmal an eine Auskunftei einmelden darf, müssen die o.g. Bedingungen erfüllt sein und der Betroffene über die Weitergabe und die Berücksichtigung der Daten durch eine Auskunftei unterrichtet werden. 

Zu beachten ist, dass das Inkassounternehmen durch seine eigenen Zahlungsaufforderungen, welche den Mahnungen durch den Gläubigers gleichstehen, die erforderlichen Bedingungen selber erfüllen kann.

Ein Betroffener hat somit ausreichend Zeit, durch frühzeitiges Zahlen oder frühzeitiges Widersprechen der Forderung die Einmeldung an eine Auskunftei zu verhindern. 

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