Brauche ich ein Inkassounternehmen am Wohnort meines Schuldners?

Aktuelles, Inkasso

Auf der Suche nach einem Inkassounternehmen wird häufig die Frage gestellt:
Brauche ich ein Inkassounternehmen am Wohnort meines Schuldners?

Da viele eine falsche Vorstellung von der Arbeit eines Inkassounternehmens haben, wird häufig angenommen, dass die Nähe zwischen Inkassounternehmen und dem Schuldner für den Erfolg eines Verfahrens zielführend ist. Aber ist das tatsächlich ein Erfolgsfaktor?

Forderungsbearbeitung im Allgemeinen

Inkassounternehmen arbeiten überregional oder sogar bundesweit. Es ist daher nicht erforderlich, einen Anbieter am Wohnort oder Sitz des säumigen Kunden zu wählen. Unternehmen haben ohnehin meist Kunden aus unterschiedlichen Regionen. Es wäre dann sehr mühsam, bei überfälligen Forderungen immer einen neuen Inkassoanbieter suchen zu müssen.

Auch spielt es für den Beitreibungserfolg keine Rolle, ob sich Inkassounternehmen und Schuldner in räumlicher Nähe befinden. Vielfach wird vermutet, dass ein Inkassomitarbeiter das Geld im Außendienst beim Schuldner einfordert. Diese Annahme wird durch mediale Berichte unterstützt, in denen windige „Protagonisten“ vom „Inkassoteam Moskau“ o.ä. gezeigt werden, wie sie Schuldner mit zweifelhaften Methoden unter Druck setzen.

Dieses Bild vom Inkasso entspricht aber nicht der Realität. Inkassounternehmen sind professionelle Rechtsdienstleister, die offiziell im Rechtsdienstleistungsregister eingetragen sein müssen und der Aufsicht unterliegen. Das ist bei „Inkasso-Moskau & Co.“ nicht der Fall. Daher Hände weg von derartigen „Inkassoangeboten“.

Die wenigsten Inkassounternehmen halten einen eigenen Außendienst vor. Das hat vor allem mit Kostengründen zu tun. Die Inkassobearbeitung erfolgt in der Kommunikation mit dem Schuldner i.d.R. per Post, per Telefon und immer mehr auch elektronisch.

Postweg

Verzögerungen durch den Postweg sind heutzutage zu vernachlässigen. Meistens kann die Post am Tag nach der Einlieferung zugestellt werden. Ob der Brief dabei 5 oder 500 KM zurückgelegt hat, spielt keine Rolle mehr.

Elektronische Kommunikation

Modern arbeitende Inkassounternehmen versuchen über verschiedene Kommunikationswege den Schuldner zu erreichen. So gehört die E-Mail-Kommunikation zur Selbstverständlichkeit. Selbst der Austausch per Whatsapp ist keine Seltenheit mehr. Diese Kommunikation hat gegenüber dem Briefversand der Vorteil, dass auch Personen erreicht werden, die an eine Adresse verzogen sind, die das Inkassounternehmen (noch) nicht kennt. Die E-Mail-Adresse dagegen bleibt bestehen. Kleiner Nachteil: Elektronische Dokumente sind nicht rechtssicher und lassen sich als Dokumentation vor Gericht nicht umfassend verwenden.

Telefoninkasso

Ein professionelles Telefoninkasso ist von überall durchführbar. Dialekte können zwar helfen, eine gewisse Vertrauensbasis aufzubauen, sind am Ende aber nicht kriegsentscheidend.

Viel wichtiger ist, dass das Telefonat sachlich und zielführend ist und freundlich bleibt.

So können dann gemeinsame Lösungen mit dem Schuldner gefunden werden, wie z.B. der Abschluss einer Voll-, Teil-, oder Ratenzahlung.

Das Gerichtliche Mahnverfahren

Auch dann, wenn zur weiteren Durchsetzung das Gerichtliche Mahnverfahren betrieben werden muss, kann dies von jeder Stelle im Bundesgebiet beim örtlich zuständigen Mahngericht eingeleitet werden. Hierfür nutzen Inkassounternehmen meist moderne Schnittstellen.
Auch Zwangsvollstreckungsmaßnahmen können von überall ausgelöst werden.

Brauchen Sie ein Inkassounternehmen an Ihrem Wohnort oder Firmensitz?

Im Gegensatz zu einer rechtsanwaltlichen Tätigkeit, die mit einer umfassenden rechtlichen Prüfung beginnt, ist die Aufgabenstellung bei Beauftragung eines Inkassounternehmens meist klar. In den wenigsten Fällen ist die Forderung unstrittig, sodass der Anbieter unmittelbar mit seiner Tätigkeit beginnen kann, ohne den Sachverhalt vorher mit dem Mandanten in einem persönlichen Gespräch erörtern zu müssen. Falls dennoch erforderlich ist eine Vorbesprechung aber auch telefonisch möglich.

Nachfragen und Absprachen können ebenfalls jederzeit telefonisch oder per E-Mail getätigt werden. Unterlagen oder Neuaufträge sind elektronisch überreichbar. Außerdem verfügen die meistens Inkassounternehmen über Kundenportale, in denen sich der Gläubiger den aktuellen Stand der Bearbeitung ansehen kann. Diese sorgen zusätzlich für einen komfortablen Austausch und halten den Gläubiger auf dem neusten Stand.

Fazit:

Wir können festhalten, dass ein regionaler Bezug zwischen Inkassounternehmen und Schuldner oder auch Gläubiger keinen Einfluss auf die Erfolgschancen hat. Viel wichtiger ist, dass das Inkassounternehmen für eine reibungslose Zusammenarbeit mit dem Gläubiger und einer funktionierenden Kommunikation mit dem Schuldner über viele Wege erreichbar ist.

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